elchpix - Spannung aus Licht und Schatten
  Meine "Erste"
 
Sie hieß "Smena" und kam aus Moskau -- über 8 Jahre waren wir unzertrennlich und haben verdammt viel erlebt. Ich habe sie nie vergessen - und manchmal sehen wir uns noch heute...

...und dann staune ich manchmal selber, wie "einfach" früher fotografieren möglich war.

Für etwas über 80,- Mark bot die Kamera keinerlei "Automatik" : Filmempfindlichkeit, Entfernung, Belichtungszeit und Blende mussten von Hand selbst eingestellt werden. Sie hatte nicht einmal eine Anzeige für die korrekte Belichtung. Und der Film wurde natürlich auch nach jeder Aufnahme von Hand weitertransportiert - und nach 36 Aufnahmen "zurückgekurbelt".

Es lag wohl in der Absicht meines Vaters, mir keine luxuriösere Automatik- Kamera zu schenken. So habe ich das Fotografieren von Grund auf gelernt - und verstanden, was wie welchen Einfluss auf das fertige Foto hat --- statt unbedachtes "losknipsen".
Für einige, denen diese Technik schon historisch ist - hier ein paar erklärte Bilder:

Blick von unten : Der kleine Hebel neben dem Objektiv ist der Auslöser. Mit dem kleinen Drehkranz um die Linse wird die Blendenöffnung eingestellt (hier Blende 4 - rote Zahl).
Durch drehen am Objektiv wird die Entfernung eingestellt (von oben besser zu sehen)
Ein Drehkranz ist noch für die Belichtungszeit nötig (hier gerade auf 1/60 s eingestellt -- von oben mit fragwürdigen Wettersymbolen markiert, die ich aber stets ignorierte)
Darunter das Herstellerland ...


die Rückseite: rechts der Hebel zum Weitertransportieren des Films. Links davon die Anzeige der Bilderzahl, daneben der Sucher.
Oben links die Kurbel, um den vollen Film zurück zu spulen. Da die Kamera keine Batterien hat, gibt es auch keinen eingebauten Blitz --- aber (und das fehlt heute an den Kompaktkameras): einen "Blitzschuh", an den man auch ein starkes Blitzgerät anschließen kann :-) 
Das Anzeigefeld in der Mitte des Kameradeckels dient im Prinzip nur als "Merkscheibe", welche Empfindlichkeit der eingelegte Film hat.

 

Dieser Blick ins Innere bietet sich, wenn man den Film wechselt.



Eine richtig gute Kameratasche war 1982 noch absoluter Standard. Bei diesen Taschen ist die Kamera stabil und sicher verpackt - und schnell griffbereit.


Nach über 8 Jahren kaufte ich mir als "Ergänzung" 1990 eine "automatische" Kompaktkamera --- und 1992 hatte ich das Geld für eine Spiegelreflexkamera zusammen (bald von einer zweiten gefolgt).
2006 stieg ich auf "digital" um. 7 Jahre später - war dann 2013 bereits der Kauf der 5. "digitalen" notwendig... 
Die Zeiten sind eben etwas schnelllebiger geworden ... und manchmal, wenn ich nach einem Shooting hunderte von Rohbildern auf den PC lade, denke ich an "damals" .